Manchmal schlägt die Werbung doch zu. M|DIREKT nennt sich die Werbebroschüre der örtlichen Stadtversorgung. Da bleibt dann hängen, daß München billiger ist in Sachen Strom,Erdgas und Trinkwasser als Frankfurt/Main (1963,46 €) , Bremen (1965,99 €), Hamburg (1978,71 €), Dortmund (2007,75 €), Köln (2012,69 €) usf. bis zu Berlin, welches 2113 Euro und 91 Cent im Zweipersonendurchschnittshaushalt verlangen soll, und somit die Stadt München 223 Euro und 68 Cent im Jahr weniger verlangt als Berlin.
Damit ist es natürlich nicht genug Werbung - werden auch die Bäder beworben, so soll Frankfurt 92 Cent mehr verlangen als München (2,72) und Berlin immer 80 Cent mehr in der Kategorie "Eintritt Hallenbad Erwachsene Rabatt für Stammkunden". Die Schulden (2655 € pro Kopf) der Stadt liegen allerdings höher als in Stuttgart (392 €), die Schwaben werden zurecht sparsam genannt. Wer am wenigsten verlangt hat konsequenterweise auch die höchsten Schulden, obwohl das natürlich nicht stimmt Berlin läuft schuldentechnisch ausser Konkurrenz und hat die höchsten Preise.
Die Münchner Referate geben jährlich 3 Milliarden Euro aus. Eine Milliarde gibt das Sozialreferat angeblich wegen "Hartz IV" aus. Schaue ich aber genauer nach, dann steht da Gesetzliche Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) 240 Mio. €, ähm ja zu einer Milliarde ist da durchaus noch ein wenig Luft. Es sind zwar dann immer nicht ganz 25 Prozent des Sozialreferats, aber dann fehlen noch 75 Prozent zu der Milliarde. Alle gesetzlichen Sozialausgaben der Stadt belaufen sich auf 618 Millionen Euro, da fehlen dann noch 387 Millionen Euro zu der Milliarde. Das müssen dann wohl die Kindergärten sein, nicht ganz 2007 betrugen die Personalausgaben 190,6 Millionen Euro und die übrigen Leistungen 200,1 Millionen Euro. "übrige Leistungen" schöne mir übrige Leistungen, das hätte mich dann schon näher interessiert, was da beinahe in Höhe von Hartz IV an "übrigem" aus der Portokasse bezahlt wird. Stellt man die Verwaltungskosten "übriges" und Personalkosten den 200 bis 300 Millionen tatsächlich bezahlten Hartz-IV-Leistungen gegenüber, dann gibt die ach so billige Stadt München ein Drittel des Drittels für Verwaltung aus. Wenn das in allen anderen Referaten auch so gehandhabt wird, dann könnte die Stadt München mit Einer Milliarde auskommen.
Da aber Kommunalwahlkampf ist, ist natürlich an den Schulden der Stadt München der Bund mit "Hartz IV" schuld. Gleichzeitig ist man natürlich billig gegenüber der Konkurrenz. Welche Statistik fälschen wir als nächstes?